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Überlegungen bezüglich der notwendigen Größe von kameratragenden Multicoptern.

Der Preis einer Kameradrohne steigt exponentiell mit ihrer Größe, genauso wie das Risiko falls etwas schief geht. Während man bei einem Kameraflug über Islands menschenleerer Wildnis nur den Verlust des Equipments riskiert, so riskiert man wesentlich mehr, sobald man über Menschenmassen oder auch nur einzelne Personen hinweg fliegt. Obwohl es in den meisten westlichen Industrieländern verboten ist, über Menschen zu fliegen, sind Webseiten wie Youtube oder Vimeo voll von Bildern, die das Gegenteil zeigen.

Jedem, der professionell mit verschiedenen Kameras fliegt, empfehle ich, abhängig von der Location sorgfältig zu überlegen, welche Kamera/Copter-Kombination notwendig ist, um den Wunsch des Auftraggebers zu realisieren. Einerseits steigt die Qualität der Aufnahmen mit der Kameragröße, zum Beispiel durch größeren Sensor, bessere Linsen, mehr Dynamikumfang und höhere Auflösung. Andererseits sind moderne Kameras trotz geringster Abmessungen erstaunlich leistungsstark. Da mit großen Kameras und höherem Abfluggewicht das Risiko für Personen unter dem Copter steigt, bitte ich alle, die einen Flug in der Nähe von Menschen planen, die kleinstmögliche Kamera einzusetzen.

Vor zwei Jahren habe ich einen Copter entwickelt, um eine Red Epic + Brushless Gimbal zu fliegen.(siehe Foto) Der Copter hatte 12 Motoren, etwa 8 PS elektrische Leistung und ein Abfluggewicht von 13 kg. Jedes Mal, wenn ich damit flog, stellte ich mir die Größe des Kraters vor, der entstünde, falls das Monster aufgrund einer kritischen Fehlfunktion abstürzt. Anhand der Statistiken in der zivilen Luftfahrt ist ersichtlich, das selbst die strengsten Auflagen der Luftaufsichtsbehörden keine 100%tige Sicherheit im Luftverkehr bieten können. Diese Erkenntnis lässt sich gut auf Multicopter und Kameradrohnen übertragen.

Besonders der gewerbliche Multicopter-Pilot sollte also stets für den schlimmsten Fall gewappnet sein. Sprich ausreichende Sicherheitsabstände einhalten und generell versuchen, das Risiko für Unbeteiligte soweit es geht zu minimieren. Weiterhin sollte sich jeder Copterpilot klarmachen, das keine Haftpflichtversicherung für Schäden bezahlen wird, die im Rahmen einer Gesetzesübertretung verursacht wurden – zum Beispiel dem Überfliegen von Menschen..

Yours truly, Robert Zimmermann, Köln 2015.