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servoelektronik
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Auslösen der GoPro 4 Black via Gimbalremote. 2016.

Da die GoPro4BE, für Ihre geringe Größe, eine erstaunliche Bildqualität liefert, ist sie nach wie vor die erste Wahl vieler Multicopterpiloten. Auch wir fliegen gerne mit dem “kleinen Besteck” und schätzen die GoPro-tragenden Drohnen aufgrund Ihrer Kompaktheit und dem bequemen Transport. Auch wenn der Kamerazwerg mit 90 Gramm Gewicht und 4K-Video nach wie vor beeindruckt, kämpft man bei professionellem Gebrauch mit einigen Limitierungen. Ich wünsche mir zum Beispiel die Möglichkeit, die Videoaufnahme über die Remote des Camoperators zu starten und zu stoppen, eine Funktion die bei der Black Magic Micro Camera sehr elegant über den Expansionport realisiert wurde. Leider ist es nur möglich die GoPro4BE im Gimbal via WiFi auszulösen, am Multicopter verbietet sich jedoch die Nutzung des kamerainternen Wlan’s, es funkt schließlich auf den gleichen Frequenzen wie die Copter- und Gimbalsteuerung. Bedauerlicherweise schweigt sich GoPro über die Funktionsweise und Pinbelegung des rückwärtigen Expansionsports aus. – Darüber wäre theroretisch eine elegantere Ansteuerung ohne Modifikationen an der Kamera möglich.

GPintern1Mit dem Ziel, dieses Problem zu lösen, begann ich meine Recherchen und fand im FPVlab tatsächlich jemanden, der es wagte seine Gopro zu öffnen. Von Ihm stammt die Information, dass auf der Hauptplatine der GoPro Testkontakte zum Auslösen des Shutters existieren. Anschliessend entdeckte ich diesen Post bei RCGroups. Darin beschreibt ein User namens Frankycro detailiert, wie er seine GoPro modifiziert hat. Es gibt sogar einen Schaltplan! Motiviert durch die neuen Erkenntnisse wagte ich mich an das Zerlegen der Kamera. Fünf Minuten später habe ich die Hauptplatine aus dem Gehäuse befreit und staune über die Größe der verbauten Komponenten. Rechts mein Zeigefinger..

Nach diesem ersten Teilerfolg ging es an das Testen der Pins – bis dahin wußte ich nicht 100%tig ob es wirklich funktioniert. Ich war ein bischen aufgeregt, schließlich hatte ich soeben meine, über 400 € teure, Go Pro 4 Black Edition geöffnet. Ich dachte in diesem Moment, dass sich so der Chefarzt einer Herz OP fühlen muss. Für den Test lötete ich sehr dünne Drähte an zwei der Pins auf die mein Finger zeigt. Und siehe da, wenn man nun die beiden Drahtenden kurz verbindet, startet und stoppt die Kamera die Aufnahme – win! Glücklich und erleichtert ging es nun an die Analyse des im Forum verlinkten Schaltplans:

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Und der ist nicht ohne, ich brauchte etwas Zeit um alles zu verstehen.. Es ist empfehlenswert die empfindliche GoPro-Elektronik mit einem Optokoppler vom Gimbalremotestromkreis zu isolieren, weiterhin möglichst kurze Leitungen zu verwenden um Fehlauslösungen durch EMF vom Imageprozessor zu vermeiden. Der interne Shutterpin ist ein digitaler Eingang, der nur zwei Schaltpegel kennt – high oder low. Das Signal der Gimbalremote ist allerdings Puls-Pausenmoduliert, muss also von einem Mikrochip ausgewertet und zu einem binären Signal umgewandelt werden. Für diesen Job nutzt der Autor dieses Hacks die Elektronik aus einem Mikroservo. Diese interpretiert von Werk aus die PPM-Signale der Remote und stellt mit der modifizierten H-Brücke des Servomotors eine einfache Möglichkeit zur Ansteuerung des Optokopplers dar. Dieser wiederum triggert den Shutterpin. Hier die winzige Platine aus dem Mikroservo, auf der Rückseite befindet sich die H-Brücke:

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Für die kleine Platine wäre tatsächlich noch Platz im Kameragehäuse, allerdings benötige ich SMD-Widerstände. Die oben im Bild verlöteten Widerstände wären viel zu groß. Bevor es nun weitergehen kann, muss ich kleinere Komponenten bestellen. Ich werde das Update hier in Kürze einpflegen..